St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Nachlese

Peter Frymuth
charismatischer Gastredner
beim Titularfest

 

Gisela Rudolph

 

Der festliche Marsch der St. Sebastianer Schützen von St. Lambertus zu den Rheinterrassen musste zwar Schnee und Eis zum Opfer fallen. Doch die gute Stimmung entsprach ganz und gar nicht den eisigen Temperaturen draußen. Gut aufgelegt waren die Schützen beim Titularfest am 10. Januar. Und mit ihnen Schützenoberst Günther Pannenbecker und Schützenchef Lothar Inden.

Nach dem Aufzug der Schützengesellschaften und Ehrengäste im Saal, unter musikalischem Geleit vom Tambourkorps St. Maximilian 04 und der Regimentskapelle Werner Bendels, wurde der Kapellen-Chef kurzfristig „entmachtet“: Statt seiner gab nämlich Schützenchef Inden den Takt an zu „Hoch soll er leben“ als musikalischen Glückwunsch an das Ehepaar Bendels zum 50. Hochzeitstag. „Wer 100 Jahre lacht, kann nicht früh sterben“, lautete die weise Parole, die Inden als Rezept für viele weitere glückliche (Ehe-)Jahre ausgab.

Aber auch besinnliche Töne fehlten nicht bei der Begrüßung durch den Schützenchef. Denn schließlich ist das Titularfest eine Art Namenstag des Heiligen Sebastian. So ist es nicht nur Auftakt des Schützenjahres, sondern eine der ganz wichtigen Veranstaltungen im Jahr, bei dem es des Namensgebers zu gedenken und seine religiösen, ethischen und sozialen Maximen in Erinnerung zu rufen gilt. Als „Pflicht, in seinem Namen zu handeln“ fasste Inden den Appell an die Vereinsmitglieder zu Toleranz, Zivilcourage und Hilfsbereitschaft zusammen. So gehört zur guten Tradition des Titularfestes, Geld für einen jährlich wechselnden guten Zweck zu sammeln. In diesem Jahr kam die „Hilfsaktion für den Fernen Nächsten e.V.“ in den Genuss des Spendenerlöses, der vom Schützenverein auf 1.300 Euro aufgerundet wurde. Die 1963 vom damaligen St. Lambertus-Kaplan Rolf E. Buschhausen gegründete Initiative unterstützt Projekte in Südamerika, Afrika und Asien.

 

 

Der diesmalige Gastredner beim Titularfest, Peter Frymuth, hat es nicht nur dem Fortuna-Aufstiegskurs zu verdanken, dass er von Beginn an die ungeteilte Aufmerksamkeit des Auditoriums hatte. „Fortuna – Düsseldorf“, skandierten viele im Saal schon bei seinem Gang zum Rednerpult. Ohne Stichwortzettel und Manuskript plauderte der Fortuna-Präsident frank und frei über die verheißungsvolle Gegenwart, aber auch über den schwierigen Beginn seiner Amtszeit vor fünf Jahren. Teamgeist nannte Frymuth als Erfolgsrezept für den Aufstieg in die zweite Liga. Nicht nur der Verein intern, sondern ebenso die Kooperation mit der Stadt, sei von fairem Gemeinschaftssinn geprägt. OB Dirk Elbers bekam ein besonders dickes Lob: „Er kümmert sich um uns, leistet Hilfestellung und sorgt für Ruhe im Verein.“

Im Aufwind sind auch die Mitgliederzahlen, die sich verdoppelt haben. Und der Nachwuchs ist auch gesichert: Dem Fortuna-Kidsclub gehören mehr als 400 Kinder an. „Fortuna ist in Düsseldorf ein Thema“, konstatierte Frymuth. Damit dies auch so bleibt, warnte er vor jeglichem „Abheben“: Bodenständigkeit und Bescheidenheit heißt die Verhaltens- Devise: „Fortuna soll auf Augenhöhe mit den Fans und ein fester Bestandteil der Stadt sein.“

Das gilt natürlich auch für die St. Sebastianer, mit denen Fortuna die lange Tradition verbindet. Und auch eine Gemeinsamkeit: Beide müssten an Treff- und Zielsicherheit arbeiten. Wenn auch die kleine Platte beim Königsschuss manchmal öfter getroffen würde als bei den Fortuna-Cracks das große Fußballtor….

Dieser Scherz war der krönende Abschluss einer Rede voller Witz und Pointenreichtum, bei der die Zuschauer lebhaft mitgingen und Frymuth mit Klatschmarsch vom Rednerpult zum Platz zurück geleiteten. Als Revanche lud Lothar Inden die Fortuna-Mannschaft zum Presseschießen beim kommenden Schützenfest ein. Und für Rotweinliebhaber und -kenner Frymuth gab’s außerdem eine Kiste mit deutschen, französischen und italienischen Tropfen.

Gemäß einer weiteren Tradition des Titularfestes war die Urkundenverleihung und Ehrung der Pokalsieger feierlicher Abschluss.

Folgende Stabsoffiziere wurden bestätigt:
Michael Bürger (Adjutant Ges. 2. Grenadiere),
Jürgen Hajdu (Adjutant Ges. Reserve),
Dirk Grunefeld (Regimentsadjutant),
Gero Legner (Regimentsadjutant).

Folgende Sieger des Wiedemeyer-Pokals ehrte der Schießkommissionsvorsitzende
Johannes Klaus Bertram:
Rainer Kloos, Vereinsmeister (3. Grenadiere „Jan Wellem“ 1850)
Ulrich Müller (Königin Stephanie 1870)
Albert Bongen (10. Grenadiere „Germania“ 1874)
Thomas Blum (Königin Stephanie 1870)
Jim Müller (Königin Stephanie 1870)
Helmut Daudert (2. Schützen von Hindenburg 1873)
Hans C. Dohmen ((3. Grenadiere „Jan Wellem“ 1850)
Andreas Becker (St. Lambertus 1850)
Guido Pesch (10. Grenadiere „Germania“ 1874)
Dieter Drabnitzke (König Friedirch 1888)
Bester Jungschütze: Patrick Schubert (2. Schützen von Hindenburg 1873)
Beste Pagin: Sandra Habet (11. Grenadiere „Hubertus“ 1859)