St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Königsschießen

Schützenkönigin 2018: Kerstin Eichenberg

Wolfgang Berney

Fast erschrocken hielt sich Kerstin Eichenberg die Hand vor den Mund. Umarmte dann alle, die in ihrer Nähe standen. Gerade hatte sie, Schiessnummer 981, die lose Platte von der Stange geholt. Zu ihrer eigenen Überraschung. Denn damit hatte sie, die zum Reiterkorps Wilhelm Marx gehört, eigentlich selbst nicht gerechnet. Schützenchef Lothar Inden: „Wer gut reiten kann, der kann auch gut schießen.“

Eichenberg ist damit die dritte Düsseldorferin als Schützenmajestät – nach Jacobe von Baden im 16. Jahrhundert und Petra Arnold vor zwölf Jahren. Mit großem Jubel wurde die neue Königin von ihren Vereinskameraden unter Marschmusik über den Platz getragen. Das Reitercorps steht damit dieses Jahr im absoluten Mittelpunkt des Düsseldorfer Brauchtums, stellt nun die Königin und mit ihrer Vereinskameradin Sabine Ilbertz auch die künftige Venetia. Zu den ersten Gratulanten gehörte Kerstin Eichenbergs Vorgänger Christopher Tietz.

Die neue Königin ist seit 18 Jahren aktiv bei den Schützen. Die 40jährige arbeitet als Kundenberaterin bei einer Krankenversicherung. Und Tochter Lina tritt bereits in die Fußstapfen und reitet als Amazone im Reitercorps. Kerstin zur Seite steht als „Prinzgemahl“ ihr Lebensgefährte Daniel Ulbrich-Gebauer. Eine Familie, die total dem Brauchtum verbunden ist. Seine Tochter ist die neue Pagenkönigin und wird von ihrem Bruder Maximilian begleitet.

Schon vorher hatte Lothar Inden gesagt: „Ich würde mich doch sehr freuen, wenn es diesmal eine Frau wäre. Und bei der Ehrung der neuen Majestät später im Zelt erklärte er das Schützenjahr zum Jahr der Frauen. Denn schon am Vormittag war Sparkassenchefin Karin-Brigitte Göbel Gästekönigin geworden.

Im Zelt gab es dann die große Gratulationscour der Düsseldorfer Heimatvereine mit einer Fülle von Blumensträußen für Kerstin Eichenberg. Besonders freuten sich die Düsseldorfer Weiter. Vorsitzende Helga Hesemann: „Prima gemacht. Endlich mal eine von uns.“ Kopfstark marschierten vor allem die Düsseldorfer Jonges mit Baas Wolfgang Rolshoven unter den Klängen ihres Heimatliedes auf. Rolshoven: „Wir freuen uns. Endlich mal eine Frau.“ Mitglied bei den Jonges darf Königin Kerstin trotzdem nicht werden. Die Männer wollen keine Frauen im Verein.

Auch die Mundartfreunde, die Altstädter Bürgergesellschaft, die „Alde Düsseldorfer“ und das Stabsoffizierkorps mit Oberst Günther Pannenbecker machten Frau Königin ihre Aufwartung. CC-Jugendbeauftragte Ellen Schlepphorst, kam mit zwei Karten für die Fernsehsitzung im nächsten Januar. Nach der Ehrung der neuen Majestät verlieh Oberbürgermeister Thomas Geisel Stadtorden an verdiente Schützen.