St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Kirmes und Schützenfesteröffnung

 

Peter Frank

 

Die Eröffnung der diesjährigen Kirmes verzögerte sich zunächst durch den im Stau stehenden Oberbürgermeister. Regimentskönigin Kerstin Eichenberg, gemeinsam mit dem Vorstand des St. Sebastianus Schützenverein 1316 und der zu diesem Zeitpunkt noch amtierenden Gästekönigin Karin-Brigitte Göbel standen bei gemäßigtem Wetter bereits am rot-weißen Band als Thomas Geisel eintraf. Danach ging es rasant weiter. Band durchschneiden, Luftballons in den Himmel entlassen, auf den Weg ins Festzelt machen.

 

Doch vor dem Durst kommt die Begrüßung. Mit Musikunterstützung machte sich der Tross auf zu den einzelnen Schaustellern, die als neue auf dem Kirmesplatz begrüßt wurden. Auch das ging schneller, als in den letzten Jahren. Vielleicht lag es einfach daran, dass es nicht so heiß war und die Schützenkameraden nicht hitzegeschwächt die Strecke zurücklegen mussten. Sei‘s drum, auf jeden Fall kamen alle im Festzelt gut gelaunt an.

 

Hier jedoch war die Devise, umgekehrt, vor der Begrüßung kommt der Durst. Dies ließ der erste Chef Lothar Inden, gleich nach der Begrüßung durch den Oberst Günther Pannenbecker, die Anwesenden wissen: „Ich könnte mir vorstellen, das uns allen dürstet.“ Der Bitte, sich gleich zum Fassanstich auf die Bühne zu begeben, kamen Oberbürgermeister Thomas Geisel und Füchschen-Chef Peter König gleich nach. Und schon umringten die Fotografen das Stadtoberhaupt in der Hoffnung eines länger dauernden Anstichs. Diesen Gefallen tat der Oberbürgermeister diesen jedoch nicht. Kurz und bündig fand das Füchschen Alt sich im Glas wieder. Nun konnte Lothar Inden nach kurzer Zeremonie und Gerstensaftstärkung seine Ansprache beginnen. Dazu bedarf es doch einer gewissen Ruhe, die sich der Chef in seiner unnachahmlichen Art direkt verschaffte.

In seiner für seine Verhältnisse kurzen Rede machte er noch einmal deutlich, wie stolz die St. Sebastianer darauf sind, aus eigner Kraft und ehrenamtlich so viele attraktive Schausteller an den Rhein zu holen. „Respekt für die engagierten Kameraden“, meint Inden und ergänzt, „selbstverständlich unter Einbeziehung aller städtischen Ämter haben wir dieses Fest organisiert.“ Besonders den Eventagenturen gibt er mit auf den Weg: „Sie haben trotz aller Anstrengungen keine Chancen auf die Regie zu übernehmen, den schon der Versuch wird scheitern.“ Inden macht deutlich: „Dies ist eine Feier von Bürgern für Bürger.“ Auch nimmt er in seiner Rede zu den unsäglichen und hartnäckig haltenden Vorurteilen, die Schützen würden nur feiern und trinken, explizit Stellung. „Das was uns auszeichnet ist unsere Bereitschaft, Alten und Schwachen zu helfen, was man an unserem seit 2000 stattfindenden Seniorennachmittag erleben kann.“ Es ist eine Veranstaltung die allein von den Schützen getragen wird und selbstverständlich für die Alten komplett kostenlos ist.

 

Ein weiteres, brennendes Thema sind die immer weiter wachsenden Auflagen der Behörden für die Schausteller. Hierzu meint der 1. Chef: „Viele Betriebe stehen wegen der Sicherheitsauflagen der EU vor dem Aus oder haben bereits aufgegeben.“ Trotz dieser schwierigen Situation sind die Schützen und die Schausteller eng verbunden und solidarisch. Die Veranstalter erkennen durchaus die enorme Anziehungskraft dieser Veranstaltung. Aber Sicherheit hat oberste Priorität und doch muss auch Kritik erlaubt sein, zumal es auch um Existenzen geht.

Oberbürgermeister Thomas Geisel, sieht es ähnlich. Für ihn ist diese Kirmes das grandiose Aushängeschild der Landeshauptstadt. „Es kann nicht sein, dass das Brauchtum nicht mehr stattfindet, weil es durch verschärfte Vorschriften gekillt wird“, meint Geisel. Er bedankt sich im Namen der Stadt bei den Schützen, die nach seiner Auffassung großes leisten. Geisel nimmt die Situation wahr, um auch dem scheidenden Oberst Günther Pannenbecker für seine geleistete Arbeit in fast 40 Jahren Brauchtum zu danken. „Du hast dich mit viel Herzblut und Leidenschaft dem Brauchtum gewidmet“, sagt der Oberbürgermeister und ergänzt, „so richtig geht man nie ganz.“

 

Ganz im Zeichen der Ehrung stand nach den offiziellen Begrüßungs- und Eröffnungsfeierlichkeiten die Auszeichnung des langjährigen Vorsitzenden des Schaustellerverbandes Bruno Schmelter. Er erhielt die Ehrennadel in Gold. Oliver Wilmering der amtierenden Vorsitzende findet: „Bruno, du hast es verdient!“ Schmelter bewegt: „Alle Achtung, was aus dieser Veranstaltung geworden ist. Ich bin stolz, ein Düsseldorfer zu sein.“