St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Kirmes und Schützenfesteröffnung

Kirmeseröffnung zog viele Zaungäste an

Peter Frank

War es die große Hitze oder der Durst nach einem frischen Alt? Lothar Inden, der erste Chef des St. Sebastianer Schützenverein 1316, ist erprobt in großen Hitzeschlachten. Mit seinem großen Taschentuch tropfte er sich den Schweiß von der Stirn und meint: „Wir haben es bei der Kirmeseröffnung fast immer heiß, das macht unserem Spaß keinen Abbruch.“ Trotz Hitzeerfahrung ging das Durchtrennen des Bandes und das Absetzen der vielen rot-weißen Luftballons in Rekordzeit. Die vielen Zaungäste konnten dem gar nicht so schnell folgen. Jedoch war die Delegation aus Politik und Schützen mit dem offiziellen Teil noch nicht fertig, denn es mussten ja noch alle neuen Schausteller begrüßt und beblumt werden. Mit Musik und sonniger Laune zog der Tross von einem zum anderen. Beim Betrachten dieser illustren fröhlichen Gesellschaft fällt mir die Beschreibung Heinrich-Heines über seinen Vater ein: „Eine grenzenlose Lebenslust war ein Hauptzug seines Charakters, er war genusssüchtig, frohsinnig und rosenlaunig. In seinem Gemüte war beständig Kirmes, und wenn auch manchmal die Tanzmusik nicht sehr rauschend, so werden doch die Violinen gestimmt. Immer himmelblaue Heiterkeit und Fanfaren des Leichtsinns …“ Wie das doch auf viele dieser heiteren Schützen und ihre Gästen passt. Geduldig folgen sie dem Oberbürgermeister und dem 1. Chef, wohlwissend, dass es gleich einen Fassanstich geben, den Bierdurst löschen und den Frohsinn fördern wird.

Apropos Fassanstich! Aufgrund der Bruthitze im Festzelt, lässt Lothar Inden verlauten: „Bevor ich meine „eineinhalbstündige“ Rede beginne, bitte ich den Oberbürgermeister zuvor das Fass anzuschlagen.“ Da ließ sich Thomas Geisel nicht zweimal bitten, denn zum ersten Mal gibt es im Festzelt „Füchschen Alt“. Es wird behauptet es seien nur drei Schläge gewesen, was Inden zu der Aussage hinreißt: „Da hat sich das Trainingslager aber gelohnt!“ Viele, die mitgezählt haben, sind der Auffassung, dass es vier Schläge waren – sei‘s drum.

In seiner Begrüßungsrede weist Lothar Inden noch einmal ausdrücklich auf die Verbundenheit mit den Schaustellern hin. Das hat nämlich einen besonderen Grund, denn die Belastungen für die Schausteller werden immer erdrückender. „Die Fahrgeschäfte tragen zum Erfolg der Veranstaltung bei“, meint der 1. Chef, „sie lassen die Menschen den Alltag vergessen, nur wenn sie immer mehr vom Gesetzgeber belastet und immer mehr Abgaben leisten müssen, kommen sie an ihre Grenzen.“ Die Kosten für die immer anspruchsvolleren Sicherheitskonzepte dürfen nicht auf den Schultern der Schausteller und auch nicht der Schützen abgeladen werden. „Dass die Volksfeste unbeschwert stattfinden können, setzen grundsätzlich gesetzliche Regeln voraus, die vom Gesetzgeber geschaffen und auch finanziell getragen werden müssen“, meint Inden.

Oberbürgermeister Thomas Geisel betont, dass er sich riesig „bei Kaiserwetter“ auf die zehn Tage Kirmes am Rhein freut. Kategorisch verweist der OB darauf, dass es „ohne Schützen keine Kirmes gibt.“ „Auch hier in Düsseldorf wird die Tradition gepflegt und ebenso das Gefühl der Zusammengehörigkeit gepaart mit Toleranz vorgelebt“, bestätigt Geisel. Und an die vielen Meckerer, die sich über „Lärm“ oder „Belästigung“ beschweren richtet sich Geisel explizit: „Die Traditionspflege, sei es Musik, sei es der Umzug oder sei es die Kirmes, gehört zu Düsseldorf und ist keine Belästigung, auch nicht das frühe Wecken der Schützen!“ Desgleichen unterstützt der erste Mann der Landeshauptstadt die Schützen und die Schausteller gleichermaßen in Sachen Sicherheit, denn auch er vertritt die Auffassung, dass „die Schützen als auch die ambitionierten Schausteller von den Posten der Sicherheit entlastet werden sollten.“ „Es ist eine staatliche Aufgabe für Sicherheit zu sorgen, deshalb habe ich beachtlichen Respekt den Schaustellern gegenüber, die hier wirklich Großes leisten“, so der Oberbürgermeister. Für Thomas Geisel ist es immer wieder eine große Freude, dass so viele Schausteller den Weg nach Düsseldorf finden. So sollte es nach Auffassung aller Beteiligten auch bleiben.