St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Investitur am Rathaus

Im Zeichen der Königinnen

 

Peter Frank

 

Die diesjährige Investitur, die im Übrigen wieder im Jan-Wellem-Saal stattfand, stand ganz im Zeichen der Frauen und des großen Abschieds. Zum einen wurden die Regimentskönigin und die Gästekönigin inthronisiert, es war auch der letzte große Auftritt des Oberst Günther Pannenbecker. Er wird nach 38 Jahren als Oberst der St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 abtreten. Also ein emotionaler Abschied mit vielen Tränen an diesem Samstag auf dem Marktplatz der Landeshauptstadt.

 

Mit einem zackigen „Regiment stillgestanden“ meldete Oberst Pannenbecker zum letzten Mal beim Oberbürgermeister das Regiment als angetreten an. Das emotionale Knistern war nicht nur bei den Schützen zu spüren. Wie gewohnt sicher und souverän richtet sich Lothar Inden, der 1. Chef des St. Sebastianer Schützenvereins von 1316, an seine Schützen auf dem Marktplatz. „Ohne uns Schützen würde etwas elementares in dieser Stadt fehlen“, stellt er fest. Er betont noch einmal, dass das Schützenjahr 2018/2019 ein ganz besonderes war. „Wann gibt es schon drei Königinnen in einem Jahr“, stellt Inden fest und ergänzt, „außerdem war es schon ungewohnt, in einem ehrwürdigen Verein gleich drei Grazien zu haben.“ Dass sich die Regimentskönigin in den Vorstandsitzungen gut geschlagen hat und die Männer mit ihr respektierlich mit ihr umgegangen sind, musste der 1. Chef mal eben mit einem Augenzwinkern einfließen lassen. Er erinnert noch einmal daran, wie der Königsschuss gefallen ist und alle, am meisten Kerstin Eichenberg selbst, mit überraschten Gesichtern dastanden. Auch weißt Lothar Inden darauf hin, dass es bisher nur drei Königinnen geben hat: die erst war Jakobe von Baden, Petra Arnold vor 12 Jahren und nunmehr die dem Reitercorps Wilhelm Marx angehörige Kerstin Eichenberg. Oberbürgermeister Thomas Geisel meint: „Du hast im wahrsten Sinne des Wortes den Vogel abgeschossen. Denn es ist ziemlich einmalig eine Regimentskönigin zu sein.“ Und noch trauriger ist, nach Meinung des Oberbürgermeisters, dass sie heute mit dem Wissen eingeführt, dass es schon in den nächsten Tagen eine neue Königin oder aber auch einen König geben wird. Diese Art der Inthronisierung ist für Düsseldorf typisch.

 

Mit etwas schwerem Herzen spricht Regentin Kerstin Eichenberg vom historischen Balkon des Rathauses an die versammelten Schützen: „Diese 365 Tage sind wie im Fluge vergangen, es ist mir viel Liebe und Kameradschaft entgegengebracht worden, dass es mich so manchmal sprachlos gemacht hat.“ Danach gibt sie zu, dass sie so stolz ist, dass sie heulen könnte. „Diese Kulisse mit diesem einmaligen Ambiente ist so berauschend“, meint sie. Während des Jahres stellte sie fest, wie der Virus „Schützenwesen“ auf die ganze Familie übergesprungen ist. „Wir wurden in allen Vereinen so herzlich empfangen“, erzählt Eichenberg. Für sie war es sehr spannend festzustellen, wie unterschiedliche die Vereine strukturiert sind und welches Eigenleben sie führen. „Es wäre alles nicht so möglich gewesen, wenn mich nicht meine super KollegenInnen so grandios unterstützt hätten.

 

Wem es an diesem schönen und natürlich wichtigsten Tag der Schützen besonders an die Nieren gegangen ist, war deutlich zu sehen. Oberst Günther Pannenbecker machte gute Miene, doch ist in seinem Gesicht abzulesen, wie schwer der Abschied fällt. Pannenbecker hat 38 Jahre lang dieses Schützenfest mitorganisiert, hat diesem Verein und den Schützen seinen Stempel aufgedrückt. So schweigsam wie heute, wurde er selten vernommen.