St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Seniorennachmittag

♫ „Freut euch des Lebens, weil noch das Lämpchen glüht,

pflücket die Rose, eh‘ sie verblüht“ ♫

Wolfgang Vollmer

Den bekannten Text des obigen Volksliedes verfasst um 1793 von dem Schweizer Dichter und Künstler Johann Martin Usteri, nahmen die erschienenen Seniorinnen und Senioren wörtlich und verlebten eine fröhliche Zeit im Schützenfestzelt auf der „Größten Kirmes am Rhein“.

Zur Ergänzung, diese volkstümliche Weise gehört zum oft intonierten Aufspiel unseres Stadt-Tambourcorps St. Maximilian und wird insbesondere beim traditionellen „Wecken“ hochrangiger Schützenkameraden in den frühesten Morgenstunden angestimmt.

Für die Hochbetagten unserer Stadt blieb beim Seniorentag „alles beim Alten“. Die Stimmung war großartig, die Kondition bei hochsommerlichen Temperaturen war ungebrochen und die Begeisterung für das Gebotene riesig; gepaart von großer Dankbarkeit für das Geleistete.

Dieses große Lob konnte das V. Uniformierte Bataillon unter der Leitung von Jürgen Metzner verbuchen, welches in diesem Jahr für die Betreuung und fleißige Bewirtung verantwortlich war. Hohe Anerkennung erhielten auch die im Bataillon beheimateten 5 Gesellschaften in den Begrüßungsworten von Oberbürgermeister Thomas Geisel, vom 1. Schützenchef Lothar Inden als auch vom 1. Regimentler Oberst Günther Pannenbecker. Gemeinsam stellten sie zu Beginn des traditionellen Altentags unseres Vereins fest, dass der ehrenamtliche Einsatz für unsere ältere Generation ungebrochen ist und dessen Wohlergehen in der Festhalle den Schützinnen und Schützen eine Herzensangelegenheit ist. In der Tat, wer die ca. 100 unermüdlichen Kameradinnen und Kameraden, die bei tropischen Wärmegraden ihren schweißtreibenden Einsatz verrichteten, beobachten konnte, war von ihrem Eifer beeindruckt.

Ebenso begeisterte das Unterhaltungsprogramm; die vorwiegend musikalischen Darbietungen, wie das Drehorgelspiel von Frank Ufermann, der Gesang des Männerchores Unterbach, die Mäutzkes von Manfred Klostermann und das umfangreiche Repertoire des singenden Wirtes Heinz Hülshoff vergnügten den aufmerksamen Zuhörer. Seit Jahrzehnten dabei und nicht mehr wegzudenken ist die Werner Bendels Combo; sie trifft immer den richtigen Ton und ließ den Umfang der Tanzfläche, wie an keinem anderen Tag der Festwoche, fast platzen.

Hohe Konzentration erhielt die Ehrung des ältesten Teilnehmers/-nehmerin zur vorgerückten Stunde. In diesem Jahr erhielt die Ehrung eine vergleichsweise junge Dame; Ruth Wagner war gerührt, mit ihren 92 Jahren die älteste Person von fast 1800 Gästen zu sein. Unvergessen im Jahr 2011, Lydia Pütz 99 Jahre; getoppt von Änne Schultz im Jahre 2010 im rüstigen Alter von 102 Jahren.

Ebenso mit Spannung erwartet verlief die Ziehung der umfangreichen Tombolapreise. Was wäre die Verlosung ohne die kostbaren Wundertüten der Familie Bitter. Ein herzliches „vergelt’s Gott“ für die treue Unterstützung. Trotz gesundheitlicher Einschränkung ließen es sich Margot und Albert nicht nehmen, dem insgesamt vierstündigen Programm bis zur letzten Minute beizuwohnen. Ebenso einen herzlichen Dank an alle Sponsoren, die zum Teil seit vielen Jahren dieses großartige Event fördern.

Auch Speis und Trank boten schmackhafte Momente. Frisches, freches, fröhliches Füchschen Alt, prickelndes Mineralwasser sowie eine köstliche Kartoffelsuppe mit reichlich Einlage sorgten für das leibliche Wohl.

An dieser Stelle könnte ich viele Namen nennen, die vor und hinter der Bühne, vor und nach der Veranstaltung für den Seniorentag tätig waren und zum Gelingen beigetragen haben. Aber gerade die Nichterwähnung zeichnet das perfekte Organisatorenteam um den Seniorentag um so mehr aus. Den älteren Menschen unserer Stadt einige frohe Stunden im Kreise des Schützenvereins bereiten zu dürfen ist der größte Dank; und nicht zu vergessen, das anschließende Prosit mit einem gekühlten Füchschen Alt auf den gelungenen Seniorentag 2018.

In unserem Bundesland NRW sind über eine Million Menschen über 80 Jahre; davon leben über die Hälfte allein, ein Drittel ist pflegebedürftig. Meist sind Kinder längst fortgezogen, der Lebenspartner, Verwandte und Freunde bereits verstorben. Viele Alte ziehen sich zurück in ihre Einsamkeit und werden dadurch ihres Lebens nicht mehr froh. Andere erhalten Pflege und Zuwendung in Seniorenheimen, dessen Personal oft überfordert ist. Gerade für diese Menschen ist der vorbeschriebene Altentag ein Highlight des Jahres. Die jüngere Generation kann nur erahnen, wieviel Freude wir unseren alten Gästen in wenigen Stunden bereiten.

Mich erreichte vor wenigen Wochen ein Paket mit Beuteltee und zwei Teegläsern. Der Absender vergaß offensichtlich, der Sendung ein Schreiben hinzuzufügen. Ein späterer Anruf einer älteren, liebenswerten Dame klärte den Sachverhalt. Sie wollte sich mit dem kleinen Präsent für den wunderschönen Tag bedanken und wünschte viel Kraft und Gesundheit, auf das noch recht viele Seniorinnen und Senioren in den Genuss kommen, diese schöne Veranstaltung zu besuchen.