St. Seb. Schützenverein Düsseldorf 1316 e.V.

Abnahme und Parade des Historischen Festzuges

Historischer Umzug bei historischem Wetter

Peter Frank

Das Schützenfest des St. Sebastianus Schützenvereins 1316 stand in diesem Jahr erneut unter besonderer Obhut des Wettergottes. Beim historischen Umzug am ersten Sonntag des Festes präsentierte sich ein Sommerwetter, das durchaus historisch genannt werden kann: Sonne pur, keine einzige Wolke am Himmel, beste Laune auf allen Seiten – besser geht’s nicht! Tausende Besucher auf der Reitallee hatten sich bereits früh ihre Plätze gesichert, um diesen außergewöhnlichen Umzug mitzuerleben. Die Ehrengäste hingegen saßen zum erstmals in neu angeschafften Schalensitzen.

Bereits im Vorfeld trafen sich auf Einladung des St. Sebastianus Schützenvereins 1316 die Honoratioren im Garten des Schloss Jägerhof zu einem kleinen Umtrunk und lockeren Gesprächen. Lothar Inden, der 1. Chef der Schützen, stellte fest, dass es bereits das 25. Mal ist, dass sich die illustre Gesellschaft zu einem Stelldichein im Jägerhof zusammenfand. Die Begrüßungsliste hatte entsprechende Ausmaße und so blieb Lothar Inden nichts anderes übrig, als nur ein paar Gäste herauszupicken. Neben Oberbürgermeister Thomas Geisel und Ehefrau Vera – „ich begrüße das Netteste von Euch beiden“, dem scheidenden französischen Generalkonsul Vincent Muller sowie die Vizepräsidentin des Landes NRW Carina Gödecke, waren auch die Leiterin des Stadtmuseums Düsseldorf Dr. Susanne Anna und ebenso Robert Schäfer, der Präsident von Fortuna 95 Gäste des St. Sebastianus Schützenvereins 1316. Selbstverständlich waren zahlreiche Vertreter des Winterbrauchtums anwesend, die vom 1. Chef in der Weise begrüßt wurden, als dass er noch einmal kurz das Thema Prinzenbennung anschnitt: „Es wird doch wohl zu schaffen sein, den nächsten Prinzen zu einem anderen Zeitpunkt zu benennen. Darüber müssen wir noch reden.“ Einen besonderen Gruß richtete Lothar Inden an den Bürgermeister der Nachbarstadt Neuss, Reiner Breuer mit Ehefrau, der natürlich „über so ein kleines Schützenfest wie in Düsseldorf nur schmunzeln kann.“ Beim Begrüßen des Gästekönigs sorgte Inden für allgemeine Belustigung, denn anstatt „besonders gerne möchte ich den großartigen, kam „unseren grauenvollen“, Gästekönig Manfred Abrahams begrüßen über seine Lippen. Mit dem Hinweis, dass die Gäste nicht mehr auf Biergarnituren sondern auf extra angeschafften Schalen sitzen werden, entließ der 1. Chef die Anwesenden.

Auch in diesem Jahr moderierte Jürgen Hilgers den farbenprächtigen Umzug, mit seinen vielen Musikkapellen, seinen prächtigen Pferden und den herrlichen Blumenhörnern.

Besonders die Fußtruppen, die mit ihren geradezu außergewöhnlichen Uniformen sorgen für spontanen Beifall, die Kutschen mit Schützenkönigen und Königinnen und natürlich Kurfürst Jan Wellem und seine Anna Maria de Medici, die an Eleganz kaum zu übertreffen ist, geben ein grandioses Bild ab.

Der Umzug

Doch zunächst die Meldung an den 1. Schützenchef Lothar Inden, den 2. Chef Wolfgang Vollmer sowie Oberbürgermeister Thomas Geisel und Regimentskönig Christopher Tietz. In bewährter Manier meldete Oberst Pannenbecker das Regiment vollzählig angetreten. Im gestreckten Galopp geht es danach zum bereitstehenden Regiment zurück, anschließend reitet er bei der Parade vorneweg, um sich schließlich zu den hohen Herrschaften zu gesellen, die die Parade abnehmen.

Von weitem können die vielen tausend Zuschauer bereits die hohen Kopfbedeckungen und die Beile der schmucken Sappeure erkennen, die vom Stadt-Tambourcorps St. Maximilian und der Regimentskapelle Werner Bendels angeführt werden. Mit großer Aufmerksamkeit verfolgen die Gäste das Präsentieren der Regimentsstandarte mit dem Träger Helmut Abel. Vorab die sechs Herolde zu Pferd mit ihren historischen Kostümen. Es ist ein außerordentliches und sehenswertes Spektakel, wenn jedes Bataillon von Reitern in historischen Uniformen angeführt wird. Auch die Schützendamen sorgen immer wieder für entsprechende Aufmerksamkeit, denn erst seit kurzem gehört die neugegründete Gesellschaft Jakobe von Baden zum Regiment. Diese Kompanie trägt den Namen der ersten Schützenkönigin Düsseldorfs. Wie kann es anders sein, der Höhepunkt des Schützenumzugs ist der majestätische Vorbeiritt von Anna Maria Luisa di Medici alias Patricia Pannenbecker und ihrem Gemahl Kurfürst Jan Wellem. Immer wieder ein besonderer Anblick ist die größte Gesellschaft im Regiment, die Gesellschaft Reserve von 1858, die mit ihren rund 300 Mann für Aufsehen bei den Gästen sorgt. Diese Truppe ist die Mitgliederstärkste des Bataillons. Den Abschluss bildeten die traumhaften Blumenhörner, die ein farbenprächtiger und dekorativer Augenschmaus für die laut applaudierenden Ehrengäste aus Politik, Verwaltung, Brauchtum sowie Zuschauer genauso sind, wie die anschauliche Fahnenparade der großen Vereine. Schwerstarbeit beim historischen Umzug und historisch heißem Wetter.